Harald

Das Leben als Messy

Stichwörter: Messy, Messy-Syndrom, Chaos, Überforderung

Messy-Syndrom - eine Krankheit, die sich immer mehr verbreitet - doch kaum Jemand spricht darüber!

Quietschend öffnet sich die Tür, allerdings nur einen Spalt breit. Weiter lässt sie sich nicht öffnen.
Direkt vor der Eingangstüre erheben sich Berge von Plastikflaschen.
Rechts befindet sich die Küche. Um aber dort hin zu gelangen muss man nicht nur über die Plastikflaschen, sondern auch noch über Berge von allem möglichen anderen Unrat klettern.
Fälschlicher Weise könnte man annehmen, man hätte die Türe zu einem Müll-Container geöffnet. Doch dies ist nicht der Fall. Vielmehr handelt es sich hier um eine übliche Wohnung eines Messies.

Denn dies ist es, was einen Messie ausmacht - Berge von, eigentlich von allem.
Menschen mit dem Messy-Syndrom haben den Zwang alles aufzubewahren und zu sammeln, unabhängig davon, ob es noch zu gebrauchen ist oder nicht. Sogar Müll wird schlichtweg in der Wohnung geschichtet.
Nun stellt sich die Frage, warum man all das sammeln sollte. Wie die Bezeichnung des Messy-Syndroms schon verrät handelt es sich hier um eine Erkrankung, welche beinhaltet dass man überall Unordnung verbreitet. Das Wort Messy leitet sich nämlich aus dem Englischen Wort "mess" ab, welchse ins Deutsche übersetzt "Unordnung" heißt. Dies beschreibt eben das Verhalten von Menschen mit dem Messy-Syndrom ganz deutlich. Man ist gezwungen Unordnung zu haben.
An dieser Stelle sei erwähnt, dass es sich bei dem Begriff Messy um eine umgangssprachliche Verwendung handelt, welche allerdings auch in der Medizin immer mehr genutzt wird. Bei dieser psychischen Störung handlet sich um eine Desorganisationsproblematik, welche unterschiedlich stark ausgeprägt sein kann. Es fängt an bei "normaler" Unordentlichkeit und endet bei extremer Vermüllung.

Das Messy-Syndrom äußert sich mit vielen verschiedenen Symptormen, die unterschiedlich stark ausgeprägt sein können, oder teilweise gar nicht auftreten.
Dass die Unordnung eines der Symptome ist, braucht nicht weiter erwähnt zu werden, allerdings kann dies auch soweit ausarten, dass es zur Geruchsbelästigung kommt. Und das nicht nur in der Wohnung, sondern auch an dem erkrankten Menschen selbst, da er seine Hygiene vernachlässigt. Darüber hinaus kommt es zu zwanghaftem Aufbewahren und Sammeln wertloser, unbrauchbaren Dingen, wie auch Verpackungsmaterial oder die bereits erwähnten Plastikflaschen. Es ist auch nicht unwahrscheinlich, dass man grundsätzlich auf solch einen Mitmenschen warten muss, da er chronisch unpünktlich ist und keine Thermine einhalten kann, was sich z.B. auch auf wichtige Post auswirken kann, welche ungeöffnet liegen bleibt. Außerdem ist es auch möglich, dass ein Messy nicht in der Lage ist in wichtigen Situationen zu handeln, sondern statt dessen tatenlos daneben steht und scheinbar zusieht.
Leider leidet als logische Konsequenz der chronischen Unordnung und des damit verbundenen Geruchs auch das soziale Netzwerk dieses Menschen, so dass er mit seinem Chaos allein dasteht und hilflos zurückgelassen wird.
Da ein Messy nicht den realen Wert eines Gegenstandes erkennen und somit entscheiden kann, wovon er sich trennen sollte, bleibt alles liegen und er geht in seinem eigenen Chaos unter, aus welchem er selbst nicht mehr heraus findet. Selbst wenn man den Messy an die Hand nimmt und mit ihm die Unordnung beseitigt, was allerdings einen schweren Kampf mit sich bringt, da sich der Messy nicht von seien Sachen trennen kann, dann wird es nicht lange dauern, bis das alte Chaos erneut die Wohnung regiert.

Grundsätzlich schämen sich die meisten Menschen mit dem Messy-Syndrom wegen ihrer Unordentlichkeit und sind der Öffentlichkeit meist unauffällig und zeichnen sich als offene, kreative Menschen mit einem Hang zum Perfektionismus aus.

Es können aber durchaus auch Menschen betroffen sein, deren Wohnung ordentlich ist, die aber dennoch ein subjektives Gefühl der Überförderung mit dem eigenen Haushalt haben.
Maßgeblich für dieses Syndrom ist die Überforderung mit der Ordnung in den eigenen vier Wänden.

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