Harald

Fotografieren, Informationen zur Entstehungsgeschichte

Stichwörter: Fotografieren, Ablichten, Shooten

Fotografieren, früher analog - heute digital

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Unter diesem Slogan zog vor nunmehr circa 40 Jahren die Firma Kodak übers Land um einem jeden Deutschen eine Kamera zu verkaufen. Marketing-Spezialisten hatten herausgefunden das die
Mehrzahl der Menschen ihre Kameras als zu kompliziert empfanden. Das Zusammenspiel von Blende, Belichtungszeit und Fokus, also dem Scharfstellen, überforderte viele Kamerabenutzer. Wählten sie aus Lichtmangel eine zu lange Belichtungszeit war das Ergebnis mit Sicherheit ein verwackeltes Bild. Um leichte Sehfehler beim Fokussieren auszugleichen wurde die Blende geschlossen um den Schärfentiefebereich zu erhöhen, die Folge waren unterbelichtete Bilder. Es war ein Jammer, aber Kodak versprach Abhilfe. Und konstruierte die "RitschRatsch-Klick"-Kamera. Geeignet für alle Motive; Oma unterm Eiffelturm - der Turm musste natürlich auch in Gänze mit aufs Bild; klein Hänschen in der Badewanne - ein Blitz war eingebaut; und den berühmten Schornsteinfeger im Schnee - der Albtraum aller Fotografen. Nina Hagen sang "Du hast den Farbfilm vergessen, mein Michael" und alles war so schön einfach und
bunt geworden, dank Kodak. Und das urlaubsfotografierende Volk nahm die Kassettenkameras aus den Händen der Händler an und fotografierte drauf los was das Zeug hielt.

Dieses Prinzip, weil erfolgreich, wurde auch in die digitale Fotografie mit übernommen. Die Programmautomatik erledigt die eigentliche Arbeit, und die Frage nach den echten Megapixel, und nach dem echten Zoom und dem hoch gerechneten ist für die Meisten Kamera-Benutzer rein akademisch. Fürs Knipsen reichts, und Oma ist unter dem Eiffelturm auch mit digitaler Supertechnik nicht besser zu erkennen als früher Analog. Im übrigen sei gesagt, dass die Digitalkameras mit der analogen Technik schon lange gleichgezogen haben.

Wer jedoch Fotografieren will, also sich sozusagen vom Anstreicher zum Botticelli entwickeln will, der hat auch in Zeiten digitaler Technik einen steinigen Weg vor sich. Aber er sei getröstet, der Negativfilm an sich, früher ein nicht unbedeutender Kostenfaktor, ist nicht mehr nötig. Das gesparte Geld sollte der angehende Künstler aber nicht verprassen, sondern in eine Spiegelreflexkamera investieren. Und, wenn er genügend Euros gespart hat, gleich einen Satz Objektive dazulegen. Die Krone des Ganzen wäre dann eine Mittelformat-, oder gar eine 6 x 6 cm Kamera, mit der Möglichkeit eine digitale Rückfront aufzusetzen. Wer jetzt stutzt, der tut es zurecht. Was hat den nun das Format des Negativ damit zu tun, ich will doch digital fotografieren? Ja, aber das ist gerade das Geheimnis, das die Qualität ins Bild zaubert. Das Objektiv. Das Objektiv einer Mittelformat oder einer Großbildkamera ist einfach deutlich besser, weil es größer ist und eine Unmenge Licht aufzunehmen vermag, und weil ein besseres Glas verwendet wurde. Die Billigpreise der gängigen Digitalkameras sind ja nur zu halten weil das Objektiv von sehr bescheidener Qualität ist. Was Wunder, kostet doch zum Beispiel allein ein 200mm Teleobjektiv von Canon bereits seine 650 Euro. Und das ist ein Objektiv für eine 24 x 36 mm Kamera. Wer hingegen ein leichtes Zoom der Firma Hasselblad, dem Rolls Royce unter den Kameras, erwerben möchte muss schlappe 5000 Euro hinblättern.

Nun steht er also da, unser angehender Herb Ritts, mit seiner Spiegelreflexkamera, einem Satz Wechselobjektive und einem stabilen Stativ. Ja, jetzt fehlt eigentlich nur noch die Bildidee, eben das, was einen Fotografen vom Knipser unterscheidet. Der Fotograf überlegt Faktoren wie Bildkomposition, Licht und Schatten, Schärfe und Unschärfe bevor er den Auslöser drückt. Er hat schon, bevor das Bild gemacht wird, ziemlich genau im Kopf wie es nachher aussehen soll. Und das ist es eigentlich schon. Ein nur in der Vorstellung vorhandenes Abbild eines Motivs so als Bild umzusetzen, dass es mit dem virtuellen Gedankenbild übereinstimmt. Klingt doch ganz einfach.

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