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Mit der Dadbod-Welle nahm alles seinen Anfang

20.10.2016 - Kommentare: 0 - Autor: Stylished Team
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"Bei mir verteilt sich das Gewicht ganz gut, aber der Bauch ist definitiv sichtbar." Eben wegen dieser stattlichen Figur ist Steven Martin als Plus-Size-Model gefragt. Er repräsentiert das neue Körperbild der Männer.

Angefangen hat alles mit der Dadbod-Welle, die aus den USA in den letzten Jahren nach Europa hinüberschwappte. Verursacht durch eine 19-jährige Studentin namens Mackenzie Pearson, die mit ihrem Plädoyer für den Männerbauch eine Lanze für Übergewichtige brach. Sie war zwar nicht die Erste, die den Begriff „Dad Body“ verwendete, doch ihr Artikel im US-Universitätsblatt „The Odyssey“ https://www.theodysseyonline.com/dad-bod verbreitet sich viral und sorgte nicht nur für nationale, sondern auch für internationales Aufsehen. Allein auf Facebook wurde es bisher über 380'000 Mal geteilt und auf dem Instagram-Account Collegedadbods setzen Jungs ihr Wohlstandsbäuchlein sogleich selbstbewusst in Szene.

„Dad Bod“ steht übrigens für „Dad Body“ und bezieht sich auf männliche, dem zunehmenden Leistungsdruck durch Konsum von gelegentlichem Bier und gutem Essen Widerstand leistende, anschmiegsame und wohlgerundete Körper. Für einen „Dad Bod“ benötigt man also mindestens eine Wampe, und genau um diese Wampe dreht es sich in Mackenzies Artikel.

Wir finden ihn toll! Wir lieben ihn! Wir wollen mehr davon!

„Ein Foto neben einem Mann mit gut durchtrainiertem Körper brauche sie nicht“, schrieb die 19-jährige. Frauen seien schon unsicher genug, da benötigt es nicht noch einen Fitnessfreak mit Waschbrettbauch der alles noch viel schlimmer machen würde. Letztendlich möchte sich die Frau als die „Hübsche“ fühlen, die im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit steht. Neben einer Männerwampe fühlt sich jede Frau wohl in ihrem eigenen Körper, so Mackenzie Pearson.

"Ein Typ mit "Dad Bod" ist einfach viel menschlicher, natürlicher und attraktiver", findet sie. Mit ihm lässt es sich viel besser kuscheln, denn „niemand will mit einem Stein kuscheln“. Ein Mann mit Wampe ist auch jederzeit für einen faulen Abend vor dem TV zu haben. „Er hat schon mit 22 Jahren denselben Körper, den er auch mit 45 haben wird“, schreibt Pearson in ihrem Artikel. „Wir können uns daran gewöhnen, bevor wir eine Beziehung starten, heiraten, Kinder kriegen.“ Hinzu kommt, dass Frauen neben einem „Dad Bod“ weniger an ihrem eigenen Körper zweifeln.

Letztendlich empfiehlt die 19-jährige den Männern ihre Wampe stolz zu tragen. Der „Dadbod“ sei schließlich das neue Schönheitsideal. „Wir finden ihn toll. Wir lieben ihn. Wir wollen mehr davon.“

Seit ihrem Plädoyer für das neue Männlichkeitsgefühl hinsichtlich ihres Körpers, hat sie sehr viel positives Feedback von Männern erhalten. "Sie meinten, sie hätten früher Probleme mit ihrem Körper gehabt. Mein Artikel hätte ihnen Mut gemacht, zu ihm zu stehen." erzählt Mackenzie in einem Interview mit dem Online-Magazin "Slate".

Hollywood Stars verkörpern das neue Männerbild

Selbst Stars wie Schauspieler Chris Pratt, Komiker Seth Rogen und sogar Schönling Leonardo Di Caprio zeigten sich zuletzt mit Bäuchlein unterm T-Shirt anstatt einem Sixpack. Auch sie verkörpern das neue Männlichkeitsbild. Sogar während der New Yorker Fashion Week griff „Fat Jew“, ein Komödiant mit 7,4 Millionen Instagram-Followern, das neu Männerbild auf, indem er passend zum Hype um den „Dad Bod“ eine Show mit "Dad"-Outfits auf dem Laufsteg vorführte.

Es ist eindeutig: Die Emanzipation des beleibten Mannes schreitet also voran. Doch nicht nur Dank dieses Artikels und der Modeshows von „Fat Jew“, sondern auch Dank der Plus-Size-Frauen. Auch sie haben einiges zu der Veränderung des männlichen Schönheitsideals in der heutigen Gesellschaft beigetragen und gerade auch durch sie entwickeln Männer mit Bauch ein ganz neues Selbstbewusstsein und fangen an, ihren Körper zu lieben.

Doch trotz heftiger Kritik an Size Zero und Magerwahn und unter der Mithilfe Israels, die 2012 per Gesetz Magermodels aus der Werbung verbannte, mussten sich die die weiblichen Plus-Size-Models ihren Platz in der Modebranche in den vergangenen Jahren hart erkämpfen. Es war übrigens der erste Versuch einer Regierung die gesetzlich gegen das Schönheitsideal der Models vorging. Man wollte mit der Illusion brechen, dass das gezeigte Model echt sei. Nun stolzieren immer mehr Frauen mit Kleidergröße 42 oder 44 über die Laufstege namhafter Modelabels.

XXL Männer als Model gefragt

Aber nun sind auch plötzlich schöne Männer mit ein paar Kilos zu viel als Dressman gefragt. „In der Modebranche hat sich herumgesprochen, dass Kunden gerne Models sehen wollen, mit denen sie sich identifizieren können“, sagt Mona Schulze von der Agentur CURVE Model Management.

Da sich nach der Frau nun auch das Schönheitsideal des Mannes verändert hat, erobern immer mehr männliche Models die Laufstege. Allmählich hat sich weltweit herumgesprochen, dass es Plus-Size-Typen gibt, die sich stark für Mode interessieren. So ist jetzt ist Schluss mit grauen Pullis und Flanellhosen.

Doch nicht nur spezielle Blogs wie Chubstr. und Extra-Inches kümmern sich um modebewusste Dicke. Auch zahlreiche Firmen aus den USA und Deutschland, die Bekleidung in Übergrößen anbieten, sind bei dem Thema ganz weit vorne. Schließlich wäre es nun an der Zeit auch die Männer realitätsnäher darzustellen.

Schluss mit der Selbstoptimierung

In Deutschland zeigten übrigens die jüngsten Reihenmessungen aus dem Jahr 2009, dass die Männer immer größer und breiter werden. Allein beim Brustumfang legten sie seit 1980 um sieben Zentimeter auf 106 Zentimeter zu, was einer Kleidergröße von 52-54 entspricht.

Der Amerikaner Bruce Sturgell rät übrigens Männern mit Bauch zu Jeans mit Elastan sowie langen Unterhemden, um sich bedeckt zu halten. Auf keinen Fall sollten sie versuchen ihre Übergröße zu überkompensieren, indem sie alles zu groß kaufen. Der 35-jährige beschäftigt sich in seinem Blog Chubstr, was von chubby – mollig kommt, intensiv mit den Belangen des neuen Männerbildes. Über 60.000 Visits verzeichnet sein Blog pro Monat. „Weil ich es so schwer fand, stilvolle Kleidung zu finden, habe ich vor fünf Jahren angefangen, gelungene Einkäufe von mir zu posten"

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